Gebrauchte Helme für guten Zweck: Warum der Verein auf Sachspenden angewiesen ist
Wer schon einmal eine Motorradausfahrt mit einem Sozius begleitet hat, weiß: Ohne passenden Helm geht gar nichts. Bei der Jumbofahrt Sachsen sitzen die Mitfahrer keine erfahrenen Biker, sondern Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Für sie ist jede Ausrüstung Voraussetzung und nicht selbstverständlich. Deshalb ist der Verein auf Sachspenden angewiesen – allen voran auf gebrauchte Sturzhelme in gutem Zustand.
Warum Helme gesammelt werden
Die Jumbofahrt ist keine kommerzielle Veranstaltung. Alle, die mitmachen – Fahrer, Helfer, Organisatoren – tun das ehrenamtlich. Das Budget des Vereins fließt hauptsächlich in Logistik, Sicherheit und die Betreuung der Kinder. Schutzausrüstung für die jungen Mitfahrer zusätzlich neu einzukaufen, würde die Kasse schnell überfordern.
Gleichzeitig ist die Helmpflicht keine Formalie. Wer auf einem Motorradgespann oder Trike mitfährt, trägt denselben rechtlichen Pflichten wie auf jedem anderen Krad. Das gilt auch für die kleinsten Fahrgäste.
Welche Helme gebraucht werden
Der Verein freut sich über Integralhelme und Jethelme in kleinen bis mittleren Größen – also Größen, die für Kinder und Jugendliche passen. Wichtig ist dabei:
- Kein sichtbarer Sturzschaden – Kratzer außen sind kein Problem, aber ein Helm, der einen Aufprall mitgemacht hat, schützt nicht mehr zuverlässig und darf nicht weitergegeben werden
- Vollständiges Innenfutter – das Polster sollte noch vorhanden und nicht zerfallen sein
- Funktionierendes Verschlusssystem – ob Doppel-D-Ring oder Schnellverschluss, Hauptsache er hält sicher
- Nicht älter als sieben bis acht Jahre – Helmschalen aus thermoplastischem Kunststoff altern schneller als solche aus Verbundwerkstoffen
Ein Helm, der zu Hause im Keller liegt und seit Jahren nicht mehr genutzt wird, kann dort veralten – oder er hilft einem Kind, die Erzgebirgslandschaft von einem Beiwagen aus zu erleben. Der Unterschied ist groß.
Was mit alten Helmen passiert, die nicht geeignet sind
Manchmal fragen sich Spender, ob ihr alter Helm überhaupt noch taugt. Eine grobe Orientierung: Alles, was nach einem Sturz oder nach mehr als sieben Jahren regulärer Nutzung aus dem Verkehr gezogen wurde, sollte nicht mehr als Schutzausrüstung verwendet werden. Der ADAC gibt auf seiner Website ausführliche Hinweise zur Lebensdauer und Pflege von Motorradhelmen – dort lässt sich nachlesen, wann ein Helm wirklich ausgedient hat.
Helme, die nicht den Anforderungen entsprechen, nimmt der Verein nicht an. Das klingt streng, hat aber einen einfachen Grund: Sicherheit ist bei dieser Veranstaltung nicht verhandelbar.
Weitere Sachspenden, die der Verein gebrauchen kann
Neben Helmen gibt es weitere Dinge, die die Ausfahrt jedes Jahr erleichtert:
- Kindersitzerhöhungen für Beiwagen – damit auch kleinere Kinder sicher und bequem sitzen
- Signalwesten und Sicherheitsjacken für Helfer
- Erste-Hilfe-Material für die Streckenbegleitung
- Verpflegung und Getränke für Fahrer und Betreuer am Veranstaltungstag
Wer unsicher ist, ob eine bestimmte Sachspende willkommen wäre, kann sich einfach beim Verein melden. Die Antwort kommt schnell – und fällt meistens positiv aus.
Wie man eine Sachspende übergeben kann
Eine Sachspende Motorradhelm oder anderes Material lässt sich auf mehreren Wegen abgeben:
- Persönliche Übergabe bei einem der Vereinstreffen in Kurort Seiffen – Termine finden sich regelmäßig auf der Vereinswebsite
- Versand an die Vereinsadresse, sofern der Versand kein unverhältnismäßiger Aufwand ist
- Mitbringen zur Veranstaltung selbst – wer zur Jumbofahrt im September kommt, kann Sachspenden direkt vor Ort abgeben
Wer lieber Helm spenden Behindertenfahrt direkt unterstützen möchte, ohne selbst auf einem Gespann zu sitzen, findet hier einen unkomplizierten Weg, Teil dieser Gemeinschaft zu werden.
Ein kleines Ding mit großer Wirkung
Es klingt vielleicht unspektakulär: ein alter Helm aus dem Keller, gereinigt und in einer Tasche verstaut. Aber für ein Kind, das zum ersten Mal auf einem Beiwagen durch das Erzgebirge fährt, ist dieser Helm der Unterschied zwischen „dabei sein" und „zuhause bleiben müssen". Der Verein macht das möglich – und braucht dafür Menschen, die ein bisschen mithelfen.